Auch bei fraglicher Stromrechnung darf Zahlung nicht komplett eingestellt werden

Picture

Auch bei fraglicher Stromrechnung darf Zahlung nicht komplett eingestellt werden. Foto: Archiv/ dpp

Zahlt ein Stromkunde die Abschlagszahlungen an sein Versorgungsunternehmen nicht, weil er der Meinung ist, sie seien wegen einer unzulässigen Preiserhöhung falsch, so hat der Stromversorger das Recht, die Leitungen „zu kappen". Der Kunde müsse wenigstens einen Teil der Rechnung bezahlen, so der Bundesgerichtshof (BGH). Im konkreten Fall ging es um einen Gewerbekunden, der eine komplette Jahresrechnung (hier in Höhe von knapp 1.300 €) nicht bezahlt hat, weil er eine Erhöhungsmitteilung für rechtswidrig hielt. Das Argument des Kunden, er habe den exakten Grundpreis (den er wenigstens hätte überweisen müssen, um die Stromversorgung nicht zu gefährden) aufgrund der komplizierten Rechnung nicht ermitteln können, zog vor dem BGH nicht. (Laut Gesetz dürfen Versorger ab einem Rückstand von 100 Euro den Strom abstellen - wenn die fehlende Summe nicht schlüssig begründet wird, zum Beispiel mit einem Widerspruch gegen Preiserhöhungen. Zuvor müssen sie ihren Kunden abgemahnt und die Sperrung angedroht haben - was hier eingehalten wurde). (BGH, VIII ZR 41/13) Wolfgang Büser/ dpp