BZP: Wegfall der Prüfungen für Taxifahrer schadet der Qualität

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Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband wehrt sich gegen erleichterte Anforderungen für Taxler. Foto: VWN/dpp-AutoReporter

Zu den jüngst bekannt gewordenen Plänen der CDU, die Prüfungen für Taxifahrer zu erleichtern, erklärt der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e.V. (BZP) , Michael Müller: „Gerade in Großstädten sind schon heute fast alle Taxen mit einem Navigationssystem ausgestattet. Trotzdem steigt die Zahl an Beschwerden über mangelnde Ortskunde stetig. Das belegt, dass ein Navigationssystem zwar vieles erleichtern mag, jedoch wenig hilft, wenn es um die Adressen von Arztpraxen, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen geht. Wer sich über mangelnde Ortskunde beklagt, handelt geradezu kontraproduktiv, wenn er die Ortskundeprüfung zu Gunsten von Navis streichen will. Auch steht zu befürchten, dass die Fahrten teurer werden, weil ein Navi in der Regel auf die „schnellste" Strecke eingestellt ist. Dies ist aber selten der kürzeste und effektivste Weg. Mit nur noch Navi und ohne Prüfung wird die Zahl der „Du sagen - ich fahren"-Fahrten massiv steigen, die Qualität der Beförderung aber im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben." Scharfe Worte fand Müller auch mit Blick auf umstrittene Dienstleister wie Uber: „Es kann nicht sein, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards der Beförderungen gesenkt werden sollen, damit illegal arbeitende Dienstleister schneller und besser Geschäfte machen können. Wer sich über unzureichende Qualität beklagt, sollte zum Schutz der Verbraucher Mindeststandards setzen und deren Umsetzung einfordern, statt durch Erleichterungen den Verbraucherschutz noch mehr auszuhebeln!"

Das Fazit des BZP-Präsidenten: „Mit der Diskussion über niedrigere Standards erweist man den Verbrauchern einen Bärendienst. Wenn die Standards abgesenkt werden, wird sofort die Diskussion über die Qualität eine neue Dimension erreichen. Und es ist unbegreiflich, dass gerade diejenigen die Standards senken wollen, die bereits heute lautstark protestieren, wenn ihr Taxifahrer den Weg zum Bahnhof nicht findet." (dpp-AutoReporter/wpr)