45 Milliarden EUR Gesundheitskosten durch Luftverschmutzung von Lastwagen

Picture

Schätzungen zufolge verursacht die Luftverschmutzung insgesamt 100 Millionen Krankheitstage und 350 000 vorzeitige Todesfälle in Europaen. Derartige Auswirkungen auf die Gesundheit ziehen beträchtliche Kosten nach sich - die Verfasser des Berichts schätzen, dass allein die Luftverschmutzung durch Lkw dieEUA-Mitgliedsländer 43-46 Mrd. EUR pro Jahr kostet. Das ist  nahezu die Hälfte der rund 100 Mrd. EUR luftverschmutzungsbedingter Kosten aus dem Straßengüterverkehr.

Die Eurovignetten-Richtlinie 2011en legt fest, wie die EU-Mitgliedsstaaten Gesundheitskosten infolge von Luftverschmutzung in ein Gebührensystem für Schnellstraßen und Autobahnen integrieren können. Die Einnahmen aus diesem System sollen in nachhaltigen Verkehr investiert werden, so die Richtlinie. Die Einführung von Straßenbenutzungsgebühren obliegt jedoch  der Entscheidung der einzelnen Länder.

Jacqueline McGlade, Exekutivdirektorin der EUA: „Europas Wirtschaft ist auf den Ferntransport von Waren angewiesen. Es gibt jedoch versteckte Kosten, die wir in Form von beeinträchtigter Gesundheit und Lebensjahren bezahlen. Diese Kosten sind besonders hoch für jene, die entlang der Hauptverkehrsrouten Europas leben. Durch eine Integration dieser Kosten in den Warenpreis können wir uns für gesündere Transportmethoden und sauberere Technologien einsetzen."

Obwohl die Luftverschmutzung in Europa in den letzten Jahren beträchtlich zurückgegangen ist, stellt sie in einigen Teilen Europas, in denen Lkw ein wesentlicher Faktor sind, nach wie vor ein Problem dar, so der Bericht. Diesel, der von den meisten Lkw verwendete Kraftstoff, verursacht mehr Luftverschmutzung pro Kilometer als andere Kraftstoffe wie etwa Benzin. Abgasemissionen aus Dieselmotoren wurden kürzlich vom Internationalen Krebsforschungszentrumals krebserregend eingestuft.

Lastkraftwagen sind für 40-50 % der Stickoxid(NOx)-Verschmutzung aus dem Straßenverkehr in den von der EUA untersuchten Ländern verantwortlich. Sowohl NOx als auch Feinstaub (PM2.5) werden in dem Bericht berücksichtigt, da sie Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Gesundheitsprobleme verursachen können.

Laut dem Bericht sind die Kosten der Luftverschmutzung durch Lkw in einigen europäischen Ländern bis zu 16 Mal höher als in anderen.

Die durchschnittlichen verschmutzungsbedingten Kosten eines 12- bis 14-Tonnen-Lkw der EURO-Klasse III sind in der Schweiz mit fast 0,12 EUR pro Kilometer am höchsten. Auch in Luxemburg, Deutschland, Rumänien, Italien und Österreich sind die Kosten mit rund 0,08 EUR pro Kilometer relativ hoch. Der Grund dafür ist, dass Schadstoffe in dicht besiedelten Gebieten bzw. in landumschlossenen Regionen und Gebirgsregionen, wo sich die Verschmutzung nicht so leicht auflösen kann, gefährlicher sind.

Das andere Extrem findet sich in Zypern, Malta und Finnland, wo derselbe Lkw Schäden in der Höhe von circa einem halben Cent pro Kilometer verursacht.

In bestimmten Regionen sind die Kosten ebenfalls höher als in anderen. Zürich in der Schweiz, Bukarest in Rumänien, Mailand in Italien, das Ruhrgebiet in Deutschland und Barcelona in Spanien gehören zu den Regionen mit den höchsten Gesundheitskosten im Vergleich zu anderen großen Stadtgebieten.

Die Berechnungen zeigen, dass neuere Lkw geringere Umweltauswirkungen und somit weniger Kosten verursachen würden. Lkw der EURO-Klasse IV, die bis zu 6 Jahre alt sind, bzw. der EURO-Klasse V mit einem Alter bis zu 3 Jahren würden 40-60 % weniger externe Kosten auf denselben Verkehrskorridoren verursachen. Würde man die externen Kosten der Luftverschmutzung den Güterkraftverkehrsunternehmen anlasten, so würden Anreize für neuere und sauberere Technologien geschaffen werden, besagt der Bericht.

Dieses Modell würde zudem faire Bedingungen durch eine Internalisierung der derzeitigen straßenverkehrsbedingten Kosten für die restliche Gesellschaft bedeuten. Die positive Wirkung eines derartigen Modells ist in der Schweiz zu sehen, nachdem dort vergleichbare Rechtsvorschriften erlassen wurden.(dpp-Auto-Reporter)