Ford ruft Programmierer zum Kampf gegen Verkehrsstaus auf

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Ford dehnt seinen Programmier-Wettbewerb zur Stauvermeidungs-App weltweit aus und nutzt das kreative Potenzial der Community. Foto: Ford/dpp-AutoReporter

Die Ford Motor Company will ihren Programmier-Wettbewerb um die Smartphone-App "Traffic Tamer" (= Verkehrszähmer) weltweit ausdehnen und hat ein Preisgeld von umgerechnet 7300 Euro ausgelobt. Die "Traffic Tamer App Challenge" wurde 2013 in London gestartet und dient als Vorbild für weitere Plattform-, offene Programmier- und Innovations-Wettbewerbe auf fünf Erdteilen.

Dank der offenen OpenXC-Forschungsplattform von Ford können Entwickler GPS-Koordinaten und detaillierte Fahrzeugdaten direkt aus ihrem Ford beziehen und auf dieser Basis Apps entwerfen. Diese Apps werden die Autofahrer - oder in Zukunft auch selbstfahrende Autos - in Echtzeit mit Verkehrs-, Straßenzustands- und Wetterberichten versorgen. Neben dem Sicherheitsplus der Vorwarnung vor widrigen Wetter- und Straßenverhältnissen sollen die Programme zur Vermeidung oder Umgehung von Verkehrsstaus sehr exakte Nahbereichsdaten liefern.

Das von Ford entwickelte OpenXC gilt als weltweit erste "offene" Hard- und Software-Schnittstelle zur Fahrzeugelektronik und liefert mehr als 20 verschiedene Daten, darunter die GPS-Koordinaten oder die Frage, ob beispielsweise Scheibenwischer oder Scheinwerfer eingeschaltet sind.

Auf dieser Basis sollen die geplanten Apps reale Autofahrer - oder auch die Steuerungen von künftigen autonomen Fahrzeugen - in Echtzeit mit versorgen. In einem vernetzten Miteinander von Pkw, Nutzfahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln könnten die Apps detaillierte Informationen zu Verkehrslage und -entwicklung, zu Straßenzustand und Wetteraussichten liefern.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona gab Ford bekannt, dass das Unternehmen in Zukunft eine Reihe ähnlicher offener Innovations-Wettbewerbe ausschreiben wird. Die Challenges werden in fünf Metropolen in Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika und nochmals Europa präsentiert. Die Wettbewerbe sollen ein noch breiteres Spektrum abdecken - von der App-Entwicklung für Smartphones und andere Mobilgeräte bis hin zur Kreation neuer Hardware für das Auto. Ein Beispiel dafür ist der auf einem 3D-Drucker gefertigte Schaltknauf, der den optimalen Schaltpunkt durch Vibrationen anzeigt.

"Wir bei Ford sind davon überzeugt, dass die individuelle Mobilität sehr stark von integrierten Netzwerken profitieren kann, die die Möglichkeiten der mobilen Vernetzung und des Datenaustauschs voll ausnutzen", erklärt Paul Mascarenas, Technischer Leiter von Ford und als Vizepräsident verantwortlich für die Ressorts Forschung und Innovation. "Mit unserer für alle Entwickler offenen Forschungsplattform OpenXC machen wir wertvolle On-Board-Daten erstmals öffentlich zugänglich. Die ,Traffic Tamer App Challenge' holt jetzt die hellsten Köpfe außerhalb unseres Unternehmens mit ins Boot - sie werden uns helfen, das Autofahren der Zukunft noch intelligenter, grüner, sicherer und stauärmer zu machen". (dpp-AutoReporter/wpr)