Ford Fusion: Die Zukunft hat begonnen

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Können Ford-Fahrer sich bald von ihrem Auto chauffieren lassen? Foto: Ford/dpp-AutoReporter

Ford stellt auf dem Mobile World Congress in Barcelona ein Forschungsfahrzeug auf Basis des Mondeo-Nachfolgers (in den USA als Ford Fusion schon lange im Handel) vor, das die Ergebnisse von mehr als einem Jahrzehnt intensiver Forschung zum Thema "Automatisierte Fahrfunktionen" auf sich konzentriert. Mit dem aktuellen Projekt will Ford die nächste Generation von Sensor- und Fahrer-Assistenzsystemen für bald erscheinende Fahrzeugmodelle entwickeln.

So gerät das Studienobjekt zur Plattform, um Lösungen für gesellschaftliche, rechtliche und technologische Fragen rund um die autonome Mobilität - also selbstfahrende Autos - auszuloten.

Ford Europa-Präsident Stephen Odell schaut in die nähere Zukunft: „Das automatisierte Forschungsfahrzeug ist ein wichtiger Schritt zu unserer Vision für die Zukunft der Mobilität; wir sehen eine Zukunft von miteinander vernetzten Autos, die sowohl untereinander als auch mit der Verkehrsinfrastruktur kommunizieren." Das soll das Fahren sicherer machen, Staus vermeiden und so auch die Umwelt schonen.

In Europa treibt Ford die Kooperation mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (in den USA ist es die Uni Michigan) für die Entwicklung sogenannter HMI-Bedienkonzepte (Human Machine Interfaces) weiter voran. Diese HMI-Bedienkonzepte stellen einen wichtigen Baustein zur Realisierung der autonomen Mobilität dar, da sie die Grundlage für die direkte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine bilden. Hintergrund: Bei Bedarf - etwa in besonders heiklen Verkehrssituationen - muss der Fahrer jederzeit die Kontrolle übernehmen und sämtliche automatisierten Funktionen überstimmen können. Im Mittelpunkt dieser Forschungsarbeit steht ein eigens hierfür entwickelter, hochmoderner Fahrsimulator.

Auf dem Dach des Technologieträgers scannen LiDAR Infrarot-Licht- und Abstandssensoren (Light Detection And Ranging) in 70 Meter Umkreis die Umgebung und erkennen Fahrzeuge, Fußgänger, Fahrradfahrer und Tiere. Aus den ermittelten Daten errechnet sich LiDAR 2,5 Millionen Mal pro Sekunde ein dreidimensionales „Bild", berechnet die Entfernung des Versuchsfahrzeugs zu den erkannten physischen Objekten und kann die Daten in konkrete Handlungsanweisungen umsetzen.

Wem dies unheimlich ist, der sei an die (damals noch als Science Fiction eingestuften) Vorläufer dieser Technologie erinnert, die heute schon in den Serienmodellen ihren Dienst tun, wie etwa Verkehrsschilderkennung, Einpark-Assistent, City-Notbremsfunktion, Spurhalte-Assistent, die Sprachsteuerung von Audio-Systemen, Klimaanlage und Navigationsgerät. Sie bilden die wesentlichen Grundlagen für den nächsten Schritt: das autonome Fahren von morgen.

Ford stellt aber auch „Driver-in-Control"-Analysen im konzerneigenen VIRTTEX-Fahrsimulator („VIRtual Test Track EXperiment") an, die ermitteln sollen, wie die Fähigkeiten von Menschen und automatisierten Technologien zusammengeführt werden können. Dann scheint es sogar möglich, dass Menschen sich von ihrem Fahrzeug chauffieren lassen und nur dann das Steuer selbst übernehmen, wenn es erforderlich ist oder sie es gerne wollen. (dpp-AutoReporter/wpr)