Serienstart für Honda NSX - ab Herbst für Europa

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Der Honda NSX wird bei uns ab Herbst etwa 180.000 Euro kosten. Foto: Honda/dpp-AutoReporter/wpr

Das neue Performance Manufacturing Centre (PMC) von Honda in Marysville (US-Bundesstaat Ohio) nimmt Ende April 2016 die Serienfertigung der nächsten Generation des Honda NSX auf. Europäische Kunden müssen sich allerdings noch ein halbes Jahr in Geduld üben - die Auslieferung des Supersportlers soll ab etwa 180.000 Euro in der alten Welt im Herbst 2016 beginnen.

Das Performance Manufacturing Centre wurde eigens für die exklusive globale Fertigung des neuen NSX ins Leben gerufen. Es soll neue Ansätze bei den Mitteln und Verfahren der spezialisierten Kleinserienfertigung erarbeiten sowie die Ingenieurskunst und Spitzenqualität der nächsten Generation anhand neuer Verfahren bei Karosseriebau, Lackierung, Endmontage und Qualitätskontrolle erreichen. Entstanden ist das Werk in eigener Regie, um den Anforderungen an die Multi-Material-Karosserie und an den Spaceframe-Rahmen gerecht zu werden.

Der Aluminiumrahmen wird im MIG-Schweißverfahren erstmals allein von Schweißrobotern gefertigt - der erste Einsatz dieses Verfahrens im Automobilsektor. Acht Schweißroboter versehen den Rahmen mit 860 MIG-Schweißstellen und sorgen für präzise und reproduzierbare Schweißstellen. Dies wiederum ermöglicht eine äußerst genaue Karosseriemontage. Um 360° drehbare Karosseriehalterungen tragen ebenfalls zur hohen Präzision bei, indem sie die Karosserie während des Schweißens und der späteren Abdichtung drehen und den Roboterarmen Zugang erlauben.

Mit der weltweit ersten Anwendung eines neuen Gussverfahrens im Automobilbereich, dem Ablationsguss, werden sechs Verbindungsknotenpunkte mit dem Spaceframe geschaffen. Diese dienen als stabile Befestigungspunkte für das Fahrwerk und den Antrieb und stellen kritische Bestandteile der Crash-Struktur dar.

Über die gesamte Montage hinweg werden fortschrittliche Roboterprozesse durch handwerkliche Kunst ergänzt. Techniker verbringen mehr als vierzehn Stunden mit dem Zusammenbau von (Allrad-) Antrieb, Fahrwerk, Elektronik, Interieur und Karosserieaußenteilen. Fortschrittliche Visualisierungs-Standards unterstützen die Techniker dabei, jeden Prozess entsprechend der Vorgaben auszuführen. Jede Schraube wird von einem Techniker von Hand angesetzt und mithilfe von WLAN-Drehmomentschlüsseln exakt nach Toleranzvorgaben angezogen. Damit lassen sich die Drehmomenteinstellungen für jede Schraube an jedem Fahrzeug genau aufzeichnen - ein weiteres Qualitätsmerkmal innerhalb des Montageprozesses.

Der V6-Doppelturbo-Motor mit 3,5 Litern Hubraum wird ergänzt durch ein 9-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe (DCT) und gleich drei Elektromotoren; zwei davon an der Vorderachse und der dritte zwischen Getriebe und Motor im Heck positioniert. Honda gibt eine Systemleistung von 581 PS und ein maximales Drehmoment von 646 Nm an.

Bei der sechsstündigen Montage per Hand kommen Techniken und Verfahren zum Einsatz, die sich im Rahmen der Teilnahme an verschiedenen Rennsportserien bewährt haben, um höchstmögliche Qualität und Leistungsstandards zu gewährleisten. Jede Komponente wird von Hand montiert. So werden beispielsweise alle 547 Schrauben manuell exakt nach präzisen Toleranzvorgaben angezogen.

Nach der vollständigen Endmontage wird jeder Motor maschinell gewuchtet, auf dem Prüfstand getestet und auf 240 Kilometer eingefahren, damit jeder NSX bei Auslieferung sofort leistungsbereit ist. (dpp-AutoReporter/wpr)