Fußgängerschutz: Vorsicht, dunkle Gestalten!

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Dunkle Kleidung macht Fußgänger schwer wahrnehmbar. Foto: dpp-AutoReporter

Wer als Fußgänger in der dunklen Jahreszeit auch dunkel gekleidet ist, riskiert übersehen zu werden. Helle Mäntel, Hosen und Jacken sind nach AvD-Erfahrungen fast wie eine Lebensversicherung, wenn Dunkelheit, am besten kombiniert mit Regen, und Scheinwerferlicht zusammenkommen. Wer viel als Radfahrer und Fußgänger unterwegs ist, sollte deshalb zumindest retroreflektierende Accessoires tragen und vor allem auch seine Kinder verkehrssicher anziehen.

In der dunklen Jahreszeit steigt das Unfallrisiko für Passanten und Radfahrer massiv an. Wie Daten der Unfallforschung der Versicherer (UDV) belegen, starb von den 523 im Jahr 2014 im Verkehr getöteten Fußgängern mehr als jeder Dritte (219) in den Monaten Januar, November und Dezember. Die Zahl der Verletzten ist darüber hinaus fünfstellig!

Auf der einen Seite behindern Dunkelheit, Regen, Gegenlicht sowie Reflexionen die Sicht aller Verkehrsteilnehmer. Andererseits sind die Farben der Winterkleidung traditionell leider überwiegend dunkel. Zudem ist die Beleuchtung vieler Zweiräder dürftig. Abseits der Bürgersteige und beim Überqueren der Fahrbahn ist deshalb höchste Vorsicht geboten. Verkehrsexperten raten Fußgängern, sich in den dunklen Monaten möglichst hell und gut sichtbar anzuziehen, wenn sie aus dem Haus gehen.

Statt typischer Sicherheits-Kleidung kann man kleine, reflektierende Accessoires verwenden, wie etwa retroreflektierende Gürtel, aufnähbare Reflektoren, Klettbänder mit Reflektorstreifen oder durchaus auch die preiswert überall erhältlichen Warnwesten. Schulkinder sollten auf jeden Fall mit Reflektoren an der Kleidung oder auf dem Schulranzen ausgestattet sein. Ganz wichtig: auch Kinderwagen, ein Rollator oder der Einkaufswagen sollten Reflexelemente haben. Und sogar das Halsband des Hundes kann damit zum Lebensretter werden.

Retroreflektierende Accessoires enthalten Partikel, die das Licht von Lampen und Scheinwerfern wieder in Richtung der Lichtquelle zurückwerfen anstatt es in alle Richtungen zu streuen - die Reflexelemente wirken dadurch fast so hell, wie die Lichtquelle selbst. Daher sollte man ausschließlich solche Accessoires verwenden.

Besonders gefährlich ist im Herbst und im Winter das Gehen entlang der Straßen. Dabei ließen 2014 vier Fünftel der im Verkehr tödlich verunglückten Passanten ihr Leben. Wenn man an einer Landstraße ohne separatem Fußweg laufen muss, ist die linke Seite zu wählen, um dem ankommenden Verkehr entgegen zu laufen und notfalls ausweichen zu können. Der AvD rät, eine kleine LED-Taschenlampe mitzunehmen und in Richtung des ankommenden Verkehrs zu leuchten. Ohne Warnweste oder retroreflektierende Ausrüstung sollte man in der Dunkelheit keinesfalls entlang unbeleuchteter Straßen laufen.

Muss man an ungesicherten, unübersichtlichen und/oder schlecht beleuchteten Stellen die Fahrbahn überqueren, darf man dies erst tun, wenn man sicher sein kann, dass die Straße frei ist oder man, etwa am Zebrastreifen oder einer Fußgängerampel, durch Blickkontakt mit den Autofahrern weiß, dass man ihre Aufmerksamkeit erlangt hat.

Umgekehrt müssen Autofahrer in der dunklen Jahreszeit immer mit schlecht sichtbaren Hindernissen und dunkel gekleideten Personen rechnen. Bei einem Unfall trägt der Autofahrer immer eine nennenswerte Mitschuld. (dpp-AutoReporter/wpr)